Meßprinzip, Meßbereiche und Objektgröße, Aufnahmegenauigkeit

Einer der wesentlichen Vorteile des QTSculptor-Systems ist seine einfache Konfigurierbarkeit für verschiedene Meßbereiche und Objektgrößen. Der Zusammenhang zwischen Objektgröße, Meßbereich, Anzahl der benötigten Aufnahmen und Meßgenauigkeit wird in den folgenden Absätzen erläutert.

Sensorkopf und Stativ

Der Sensorkopf für die Streifenprojektionsmethode besteht aus einem Weißlicht LCD-Projektor und einer CCD-Kamera. Da es weder bei der Kamera noch beim Projektor mechanisch bewegliche Teile gibt, ist eine hohe Reproduktionsgenauigkeit bei der Messung und die Langlebigkeit aller Komponenten garantiert. Mit dem Projektor werden in schneller Folge verschiedene Streifenmuster auf das Objekt projiziert und mit der CCD-Kamera aufgenommen. Durch rechnerische Kombination der Streifenmuster wird die Geometrie des Objekts vermessen.

Meßbereiche

Der Meßbereich des Systems kann vom Benutzer ohne großen Aufwand selbst konfiguriert werden. Nach unten hin ist der Meßbereich im wesentlichen durch die eingesetzten Objektive beschränkt.
In der Standardkonfiguration ist der kleinste Meßbereich etwa 100mm x 100mm. Nach oben ist der Meßbereich nur durch die Lichtleistung des Projektors bzw. den ereichbaren Kontrast der Projektion auf der Objektoberfläche beschränkt.
Mit der Standardkonfiguration sind Meßbereiche von 1000mm Kantenlänge oder unter günstigen Lichtverhältnissen auch deutlich mehr erreichbar. Für große Meßbereiche wird empfohlen, das Umgebungslicht abzudunkeln. Für Meßbereiche kleiner als 100mm wird ein Austauschobjektiv für den Sensorkopf empfohlen, mit dem der Meßbereich auf 60mm x 60mm verkleinert werden kann.


Standardobjektiv (150mm) Wechselobjektiv (100mm)
Meßbereich [mm]² Meßabstand [mm] Meßbereich [mm]² Meßabstand [mm]
100 x 100 500 60 x 60 260
200 x 200 702 100 x 100 312
300 x 300 944 150 x 150 379
400 x 400 1186 200 x 200 445
500 x 500 1460 250 x 250 511
750 x 750 2033 300 x 300 577
1000 x 1000 2683 350 x 350 643
1500 x 1500 3850 400 x 400 710
2000 x 2000 5060 500 x 500 842
Tabelle 1: Meßbereich für Standard- und Wechselobjektiv

Meßgenauigkeit

Die Meßgenauigkeit des 3D-Sensors skaliert sich entsprechend dem Meßbereich mit.
Dabei ist zwischen der lateralen Auflösung und der Tiefenauflösung zu unterscheiden. Die laterale Auflösung ergibt sich unmittelbar aus der Auflösung der Kamera. Sie bestimmt den Abstand der Meßpunkte auf der Objektoberfläche.
Die Tiefenauflösung ergibt sich aus dem Meßprinzip und ist etwa 5-mal genauer als die laterale Auflösung. Bei einer Kamera mit 1000 Pixel Auflösung liegt die relative Genauigkeit des 3D-Sensors bei etwa 1:5000.
Für den kleinsten Meßbereich mit 100mm Kantenlänge ergibt sich somit eine Genauigkeit von 0.02mm in der Tiefe und ein lateraler Punktabstand von 0.1mm.
Für einen Meßbereich von 1000mm Kantenlänge ergibt sich eine Genauigkeit von 0.2mm in der Tiefe und ein lateraler Punktabstand von etwa 1mm.
Den Zusammenhang zwischen Kameraauflösung, Meßbereich und Objektabstand ergibt sich aus Tabelle 2.


Eigenschaften Sensorkopf Auflösung für
100 / 500 / 1000 mm Bildfeld
Sensorkopf

Auflösung
Messraster

Aufnahmezeit in Sekunden laterale Auflösung in [mm] mittlere Meßgenauigkeit in [mm]
High-Res 1280 x 960 4.8 sec. 0.08 / 0.39 / 0.78 0.015 / 0.078 / 0.15
Standard 1024 x 768 2.4 sec 0.10 / 0.49 / 0.98 0.020 / 0.098 / 0.20
Fast 780 x 580 1.2 sec. 0.13 / 0.64 / 0.41 0.026 / 0.128 / 0.26
Ultra-Fast 640 x 480 0.6 sec. 0.16 / 0.78 / 1.56 0.031 / 0.156 / 0.31
Tabelle 2: Auflösung und Meßgenauigkeit der Sensorköpfe

Je nach Eigenschaften der Objektoberfläche kann die tatsächlich erreichbare Meßgenauigkeit leicht variieren. Mit QTSculptor kann die erreichte Messgenauigkeit während der Registrierung kontrolliert werden.

Objektgröße

Die Objektgröße kann kleiner oder auch größer als der Meßbereich sein. Kleine Objekte können mit der Genauigkeit vermessen werden, die durch den kleinstmöglichen Meßbereich mit 100mm Kantenlänge (Standardobjektiv) vorgegeben ist.
Für größere Objekte steigt der Aufwand für die vollständige Rundumerfassung entsprechend mit der Anzahl der notwendigen Aufnahmen.
Die Standardkonfiguration ist geeignet für Objekte zwischen 30mm und 2000mm.

Anzahl der Aufnahmen

Die Anzahl der Aufnahmen wird durch die Größe des Objekts und dessen Komplexität bestimmt.
Für Objekte, deren Größe zum Meßbereich passt, sind je nach Komplexität des Objekts typischerweise zwischen 15 und 30 Aufnahmen für eine vollständige Erfassung notwendig. Beispielsweise werden 8 Aufnahmen schräg von oben gemacht, 8 Aufnahmen schräg von unten, eine Aufnahmen von oben und eine Aufnahme von unten.
Für größere Objekte steigt die Anzahl der Aufnahmen entsprechend. Mit QTSculptor können auch sehr große Datenvolumen von mehreren hundert Aufnahmen problemlos verarbeitet werden.

Meßdauer

Die minimale Zeit zur Gewinnung einer 3D-Aufnahme wird durch den Sensorkopf bestimmt. Die Minimalzeiten sind in Tabelle 2 wiedergegeben.
Um auch sehr kritische (z.B. dunkle) Oberflächen vermessen zu können, kann die Aufnahmezeit mit QTSculptor erhöht werden. Dies maximiert den vermessbaren Bereich und erhöht je nach Beschaffenheit der Objektoberfläche die Datenqualität.


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